EKZ Cross Tour Baden, 12.9.2020

Eine riesige Vorfreude auf den Saisonauftakt in Baden half mir durch die stressige Arbeitswoche. Somit war ich erleichtert, als ich gestern die Sachen packen konnte und mich müde ins Bett begab. Heute Mittag machte ich mich dann an die Streckenbesichtigung, wo ich noch mehr Selbstvertrauen tanken konnte. Ich sprang die Hürden ohne Probleme und auch die weiteren technischen Passagen gefielen mir. Dir Strecke war super gebaut und ich konnte den Startschuss kaum erwarten.

 

Ich startete gut, sah aber keinen Sinn, das ganze Feld anzuführen, weshalb ich schon auf der Startgerade etwas Tempo rausnahm. Ich durfte in der Top 5 unterwegs sein, doch es ging nicht lange, bis ich mich mit Simon Walter absetzen konnte. Zu zweit fuhren wir schnelle Runden, doch ich hatte nicht das Gefühl, bereits am Limit zu sein. Ich erhoffte mir sehr viel und versuchte so viel Kraft wie möglich für das unumgängliche Duell zu sparen. In der letzten Runde setzte er schon früh zum Angriff an, welchen ich unterschätzte. Es war ein kleines Loch, doch er konnte es bis zum Schluss halten. Ich durfte zum Schluss froh sein, dass ich den italienischen Verfolger hinter mir lassen konnte.

 

Beflügelt von meinem zweiten Platz in der neuen Kategorie Amateur/Master, fuhr ich nach dem Rennen noch 2 Stunden nachhause, wo ich aber schnell merkte, dass mich der Hunger plagen wird. Nun freue ich mich auf die Vorbereitung, der nächsten, sehr wichtigen Rennen.

Langendorf, 30.8.2020

Mein Lieblingswetter erwartete mich in Langendorf. Ich freute mich riesig, auf die aufregende Strecke, die schwierigen Bedingungen und das starke Fahrerfeld.

 

Ich durfte mich in der ersten Runde in der Top 5 aufhalten. Die zwei ersten Mitstreiter sahen wir aber bald nicht mehr. Meine Beine waren zu Beginn noch etwas kalt aber ich verliebte mich völlig in die nassen Bedingungen und drehte auf. Die Abfahrten machten Spass und ich fand meinen Rythmus. Mein Lockout machte mir zunehmend Probleme, doch das schien im Matsch üblich zu sein. Ich war das ganze Rennen auf Platz 3-6, je nachdem wie sich das Rennspektakel entwickelte. In der letzten Runde waren wir noch zu dritt, als wir um den dritten Platz kämpften. Schon seit der zweiten Runde spürte ich, dass auch meine Bremsen nachliessen, doch das versuchte ich auszublenden. In meinem Kopf blendete ich alles bis auf meine Bestleistung aus und trat die Pedale so schnell ich konnte. Trotz wenig Bremsleistung fühlte ich mich wohl in der Abfahrt. Als ich eine halbe Runde vor Schluss auf dem dritten Zwischenrang in die Abfahrt schoss, betätigte ich schon von Anfang an meine Bremsen. Mit beiden Hebeln am Griff angeschlagen merkte ich, dass ich trotzdem nur noch schneller wurde. Mein Teamkollege, welcher nach dem Rennem mit mir sprach und hinter mir fuhr, meine dass meine Schuhe sogar Funken gesprüht hätten, als ich verzweifelt versuchte mit den Füssen zu bremsen. Am Schluss entschied ich mich, den Matten auszuweichen und ab in die Hecke zu rasen, einen anderen Ausweg sah ich nicht mehr. Ohne Bremsen und mit defekter Federung, einer verletzten linken Hand und kleinen Schrammen war es leider zu gefährlich um weiterzufahren. Sogar bergauf konnte ich nicht mehr bremsen und musste vom Rad springen. Ich lief also zurück ins Ziel und schaute zu, wie der 3te Platz an meinen Team Kollegen Roman Holzer ging, was mich wenigstens etwas aufmunterte.

 

Ich hätte zu gern um diesen Platz gekämpft, doch auch Glück muss man manchmal haben. Ich habe alles gegeben was ich hatte und meine Beine waren Top. Mein Glück heute war, dass ich nicht schlimmer gestürzt bin. Nun hoffe ich, dass mich das nicht um die Qualifikationen bringt, doch davon auszugehen ist es. Falls es so wäre, freue ich mich sehr auf eine spannende Quer Saison!

Junior Series Gstaad, 21.8.2020

Obschon ich eigentlich ÜK gehabt hätte, durfte ich heute in Gstaad mein Glück versuchen. Eine Juniors Series stand an und ich war froh, plagte mich meine Kniesehnenentzündung nicht mehr. Leider habe ich zurzeit bezüglich meiner Lehre und in meinem Umfeld viel um die Ohren, was mir zunächst noch Mühe machte. Dennoch freute ich mich sehr, dass es noch Organisatoren gab, welche trotz der vielen Umstände ein solch tolles Event auf die Beine gestellt haben.

Bereits Sekunden nach dem Startschuss, hatte ich Pech, als ein Belgier vor mir aus dem Klick fiel. Ich musste stark abbremsen und verlor meinen großartigen Startplatz. Als die Strecke dann von ca. 8m auf 2m schmal wurde, gab es viele Unfälle und ich hatte sehr Mühe nach Vorne zu kommen. Ich wollte meinen Platz aber sowieso an der steilen Rampe machen, doch als ich mit aller Kraft in die Pedale trat, machte sich ein Krampf im rechten Oberschenkel spürbar. Ich schonte mich leicht und versuchte taktisch gut zu fahren. In der vorletzten Runde nahm ich einen Muscle Relax, in der Hoffnung, der Krampf verabschiede sich von mir. Leider war dies nur teilweise so. Vom Taktieren hatte ich in der letzten Runde genug und ich dachte mir, dass ich eh nichts mehr zu verlieren hatte, da ich ausserhalb der Punkte unterwegs war. Niemand wollte führen, also sprintete ich Vollgas an. Das Gefühl vom Krampf kam wieder, aber ich dachte mir, dann sei es eben so. Mit letzter Kraft bezwang ich den letzten Aufstieg und rollte richtung Ziel. Ein Fahrer von der besagten Gruppe überholte mich im Aufstieg noch, doch die andere sah ich bis im Ziel nicht mehr.

 

Enttäuscht über meine Form und das Resultat durchfuhr ich das Ziel und lag mich schnell hin, bis sich der Krampf löste. Nun freue ich mich auf eine großartige Bike Tour morgen und die nächsten Rennen, wo ich hoffentlich von einem gelungenen Rennen berichten darf.

SM Gränichen, 26.7.2020

Beinahe das Erste Mal, dass ich den Rennbericht nicht auf der Heimfahrt schreibe, da ich nämlich selbst, in Begleitung von Papa, Auto fahren durfte. Bereits gestern durfte ich hinfahren, um die Strecke zu begutachten. Den grössten Teil von Gränichen kannte ich schon, doch auf Grund von Förstern und der Kiesgrube dort, verändert sich dieser Teil von Jahr zu Jahr. Nicht mehr wie letztes Jahr, ging es schon bald nach dem Start in die Kiesgrube. Ein toller Trail wurde durch einen grossen Kies und Schotteranteil getauscht. Mir war das im Endeffekt egal, denn quälen kann man sich immer.

Gestartet aus der zweiten Reihe, sprintete ich schnell an zweite Position, bevor es ins Kies ging. Auf der Fläche überholten mich dann zwei Fahrer und im Aufstieg gleich noch Einer. Als sechster in der Führergruppe fühlte ich mich nicht sehr wohl und schon bald rächte sich der schnelle Start. Die vorderen Fünf fuhren ein kleines Loch, welches ich mit Mühe nochmals schliessen konnte. Das gelang mir nicht sehr lange, denn jeder Fehler der vor mir gemacht wurde, kriegte ich um ein Vielfaches zu spüren.

Es spülte mich im Verlauf des Rennens noch weiter zurück, bis ich irgendwann sogar für die Top 10 kämpfen musste. Mental war mir das egal, doch so sehr ich mich auch bemühte und quälte, kam mein Motor einfach nicht auf Touren. Ich konnte zwar einige Zweikämpfe gewinnen, doch eben so viele musste ich an mir vorbeiziehen lassen.

 

Das ganze Rennen war sehr spannend und hat auch wirklich Spass gemacht, nur konnte ich nicht dieselbe Form wie in Leukerbad zeigen. Als Zehnter musste ich mir zum Schluss des Rennens auch eingestehen, dass ich mich für das falsche Velo entschieden habe und langsamer hätte starten müssen. Einiges hang sicher auch vom Glück, der Tagesform und den sehr starken Konkurrenten ab. So oder so heisst es für mich nun «nach Vorne blicken» und mich auf 1.5 tolle Wochen im Engadin zu freuen. Dort erhoffe ich mir, spassige und qualitativ hohe Trainings in guter Begleitung. 

Junior Series Leukerbad, 19.7.2020

Bild von Seraina Schmid
Bild von Seraina Schmid

Ein unglaubliches Panorama bot uns Leukerbad dieses Wochenende. Herrlich, hier in die internationale Saison starten zu dürfen. Mich erwarteten eine unglaublich großartige Strecke und ein starkes Starterfeld. Das Rennen galt schwer zu gewichten, da es eines der wenigen Junior Season dieses Jahr war. Ich freute mich sehr auf das Rennen und wählte dafür mein Thömus Tomcat, also das Hardtail.

Ich durfte als 17ter an den Start und bei 137 Startenden war ich sehr froh darüber. Ich startete eher ruhig und versuchte, die Kraft für den langen Aufstieg zu sparen. Das ging super auf und ich konnte mich etwa in der Top 15 finden. Es gelang mir gut mein eigenes Tempo zu fahren und Stück für Stück arbeitete ich mich nach vorne. Irgendwann kam der Punkt, wo ich sehr euphorische Fans im Ohr hatte und da wusste ich, dass ich gut unterwegs war. Das bestätigte sich als ich vor mir den Schweizermeister und den Deutschenmeister sah. Ich konnte das aber schnell wieder ausblenden und meinen Fokus bei mir behalten. Ich erinnere mich nur noch brüchig an den ganzen Rennverlauf, aber ich konnte mich über die Sechs Runden vom Schweizermeister absetzen und das Rennen auf dem tollen 7ten Rang beenden.

 

Damit war ich gleichzeitig Dritter Schweizer und sehr zufrieden mit meiner Leistung. Ich konnte mich gut quälen und ein schönes Rennen zeigen. Ich freue mich sehr auf die Schweizermeisterschaften in Gränichen, welche nächsten Sonntag stattfinden.

Trainingsrennen Oberried, 5.7.2020

Bild von Savanna Pearcey
Bild von Savanna Pearcey

Freude herrscht, wenn ich euch von meinem ersten Bike-Rennen in diesem Jahr berichten darf. Die Strecke war mir schon bekannt, und ich konnte mich optimal darauf vorbereiten. Ich nahm mir dennoch 2 Runden Zeit, um die Strecke zu begutachten. Sie war sehr Rhythmus brechend und beinhaltete großartige Elemente. Ich kann es Jedem herzlichst empfehlen, mal in Oberried vorbeizuschauen. Ich fühlte mich wohl und freute mich riesig, endlich in die Saison starten zu dürfen.

Ich startete schlecht von meinem Startplatz, weil ich nicht direkt einklicken konnte. Ich beschloss anschliessend etwas Power zu investieren und überholte, indem ich die Kurven sehr gross und rund fuhr. Es lohnte sich sehr, wie es schien und ich konnte mich vorerst gut positionieren. Meine Beine drehten gut und ich konnte mich voll und ganz auf die technischen Abschnitte konzentrieren. Ich gewann einige Zweikämpfe und fühlte mich richtig gut. Stets um mein Bestes bemüht, versuchte ich Zeit zum trinken zu finden, was sich als schwierig erwies, weil die Geraden wirklich kurz oder holperig waren. Als es mir gelang, den 6 platzierten loszuwerden und ich mich auf Verfolgungsjagd machte, spürte ich im Rockgarden die hintere Felge aufschlagen. Ich hoffte es wäre nichts weiter, doch bereits in den folgenden Serpentinen entwich die Luft vollständig aus dem Pneu. Schnell sprang ich vom Velo und machte mich auf in die Techzone. Ich schaltete in den grössten Gang, übergab das Velo meinem Vater und Ivo Hassler, welche das Rad blitzschnell wechselten. Ich verlor 5 Plätze doch für mich war noch Alles offen. Ich nutzte die Zeit, um mich zu kühlen und etwas zu trinken. Top motiviert wollte ich nochmals sehen, was drin lag und sprintete los. Ich fand schnell wieder meinen Rhythmus und zum Schluss holte ich nochmals 3 Leute auf. Mit Roman, meinem Teamkollegen, genoss ich noch ein grossartiges Battle und schloss mein Rennen als Siebter ab.

 

Schade um meinen neuen Pneu, aber über meine Form darf ich mich freuen. Es war ein tolles Rennen, um wieder in die Saison zu starten und die Maschine warmlaufen zu lassen. Ich durfte ein aufregendes Rennen zeigen und freue mich auf mehr. Hoffen wir also, dass uns der Covid-19 keinen Strich durch die Rechnung macht!

WM Dübendorf, 2.2.2020

Bild von EGO Promotion
Bild von EGO Promotion

Nun war es soweit. Dübendorf 2020 rückte näher und ich blickte schon oft zurück, als ich mir das Ziel steckte, Top 10 zu fahren. Ein hohes, aber machbares Ziel, schiente es mir in Bern am Weltcup. Ich befürchte, dass ich nach der Bike Saison eine gewisse Müdigkeit, mit mir mittragen musste. Dennoch freute ich mich sehr, als ich donnerstags endlich die Strecke besichtigen durfte! Sie war flach, mit einigen hartnäckigen, kleinen Rampen. Ich fand viel Gefallen an der Strecke und dem Gedanken, hier eine WM vor dem Heimpublikum bestreiten zu dürfen.

 

Am Samstag vor dem Rennen ging ich in einer schnellen Kurve zu Boden, weshalb ich später mit einer Prellung zu kämpfen hatte. Unser National Trainer Bruno Diethelm versorgte mich aber mit einer Entzündungshemmenden Salbe und nahm mir meine Sorgen. Am Sonntag fuhr ich die Strecke ein letztes Mal ab, durfte noch Interviews geben und konnte mich aufs Rennen konzentrieren. Vor dem Start viel mir meine Pedale von der Achse, was die Schnelligkeit meiner Helfer testete. Auf diese war aber wie immer, Verlass und ich konnte mit einem Funktionstüchtigen Velo Starten.

Ich startete gut, doch die Pace war sehr hoch, es war anfangs schwierig, sich nach vorne zu arbeiten. Technisch fuhr ich ein sehr starkes Rennen. Ich erlaubte mir nur einen Fehler und fasste mich sehr schnell wieder. Ich kam in das Tunnel, wo ich nur noch trampte, anstatt zu denken. Ich wurde lautstark von der Menge bejubelt und angefeuert, was mich durch das ganze Rennen trug. An dieser Stelle danke ich Allen herzlich, für ihre Teilnahme an diesem einzigartigen Anlass. Es gelang mir, an den Gruppen vorbeizuziehen, so dass ich trotz ständigem Überholen meine eigene Pace und meine eigenen Linien fahren durfte.

Alles in Allem war das Rennen eines der Besten bisher und die Stimmung war unschlagbar. Mit einem Startplatz aus der 7ten Reihe, den ich mir selbst zu versschulden habe, konnte ich die Sachen wie die Pedale oder die Prellung ausblenden und ein hervorragendes Rennen zeigen. Ich bin froh, meine Heim WM in Dübendorf mit dem 24. Rang beenden zu dürfen.

Worldcup Nommay 19.1.20

Bild von Savanna Pearcey
Bild von Savanna Pearcey

Mein letztes Weltcup Rennen der Saison stand an. Nommay verfügte über eine sehr schnelle, holprige Rennstrecke. Ich fühlte mich sehr wohl und freute mich auf das bevorstehende Rennen.

Von der zweitletzten Reihe aus, startete ich gut ins Rennen. Allerdings verlor ich beim Elbögeln wieder einige Plätze und fand mich etwa als 35igster. Ich konnte ein gutes Tempo halten und auf den Geraden Gas geben. Die Strecke war noch sehr hart und eisig, weshalb man auf der braunen Spur meist besser unterwegs war als auf den grünen Flecken. Ich konnte mich während dem Rennen sogar einmal in die Top 25 kämpfen. Leider fiel ich in den letzten 3 Runden zweimal hin und musste mich wieder fangen.

Schlussendlich bin ich zufrieden, als 29igster ins Ziel gekommen zu sein und dass ich stets kämpfte. Nun gilt es, sich nochmals gut für das letzte Rennen der Saison vorzubereiten, sofern man dafür aufgeboten wird. Die Weltmeisterschaften am 2.2.2020 in Dübendorf!

Schweizermeisterschaften Baden, 12.1.20

Bild von Savanna Pearcey
Bild von Savanna Pearcey

 

Die Schweizermeisterschaften gehören zu den Saison Highlights und dementsprechend, war mein Streben nach einer Medaille noch grösser. Bei einem Tag, ohne Fehler und mit guten Beinen, liege dies sicherlich drin, sagte ich mir. Die Strecke gefiel mir samstags sehr. Ich staunte nicht schlecht, als ich sonntags erst eine gefrorene und kurz vor dem Start eine rutschige, feuchte Strecke vorfand, denn am Samstag war es ausserordentlich trocken. Ich war sehr positiv eingestellt auf das Rennen, etwas nervös, doch voller Motivation, endlich zeigen zu können, was in mir schlummerte.

 

Ich fuhr an dritter Position um die erste Kurve. Kurz darauf überraschte mich Jean-Luc Halter mit einem unglaublichen Tempo, den Wiesenaufstieg hinauf. Ich konnte das Tempo mit grosser Mühe mitgehen, bis ich in einer rutschigen Kurve den Anschluss an die Gruppe verlor. Ich war nun 4ter mit hungrigen Verfolgern, doch auch ich war voller Zuversicht. Ich sprang die Hürden und fuhr die Abfahrt sehr konzentriert. Im Teeraufstieg konnte ich fast wieder an die Top 3 anschliessen, was mich zusätzlich motivierte. Leider fiel nur wenige Momente später meine Kette vom Ritzel und ich musste vom Rad, um diese wieder rauf zu heben. Ich wurde von mehreren Fahrern überholt, doch die Meisten schnappte ich schnell wieder auf der Zielgeraden. Aufgeben war keine Option, denn der Traum von meiner ersten Landesmeisterschaftsmedaille gab ich nie auf. Ich kämpfte sehr hart und blieb mental stärker als ich es mich gewohnt war. Soviel Kraft mein Ehrgeiz mir auch schenkte, verhinderte er die technischen Fehler nicht. Ich stürzte noch zwei Male und rutschte mehr als ich es mir erlauben wollte. Heute scheiterte ich an den technischen und schwierigen Verhältnissen, von welchen ich geradezu überrannt wurde.

 

Als ich das Ziel als 5ter überquerte, wusste ich nicht was ich denken sollte. Rückblicke der bisher endtäuschenden Saison schwirrten durch meinen Kopf, dann realisierte ich, dass ich an meinem Ziel vorbeigeschossen bin und zum Schluss musste ich mir eingestehen, dass es trotz dem harten kämpfen und nutzen jeder Sekunde, nicht ausreichen wollte. Womöglich bin ich ermüdet von den vielen Rennen, die ich seit März bestreite oder ich werde auf mein Durchhalte Vermögen getested, doch eines weiss ich… Je weiter man in eine Grube fährt, desto mehr Anlauf holt man für den nächsten Sprung.

EKZ Cross Tour Meilen, 2.1.20

Foto von Inès Dufaux
Foto von Inès Dufaux

Die Nacht auf den Sonntag schlief ich sehr schlecht, da ich vom Reizhusten geplagt wurde. Schon seit Zolder schleppte ich eine hartnäckige Erkältung mit mir mit und selbst nach intensivem Tee trinken und ausruhen, wurde ich sie nicht ganz los. Trotzdem konnte ich noch zwei Trainingseinheiten vor dem Rennen absolvieren und somit wollte ich am Rennen teilnehmen. Meilen gehört meinen Lieblingsstrecken an und somit wollte ich trotz des Hustens eine gute Leistung abrufen.

 

Aus der zweiten Reihe ging es für mich ins turbulente Rennen. Schnell zeigten sich die verpassten Trainings und die Erkältung und es spülte mich weit nach hinten. Grausam, wenn man sich auskotzt und stehen gelassen wird. Im Technischen konnte ich jeweils stark punkten und so überholte ich beinahe jede Runde mindestens ein Fahrer im Schräghang. Das motivierte mich zwar, doch mehr Luft hatte ich deshalb nicht. Überall wo Kraft gefragt war, enttäuschte mich meine Form und dies versuchte ich bestmöglich bei schwierigen Kurven usw. einzuholen.

Für meine derzeitige Gesundheit darf ich froh sein, das strenge Rennen als 8ter und 4ter Schweizer abzuschliessen. Nun ist es wichtig, mein Husten und Halsweh in de Griff zu bekommen, so dass ich an der SM mein Bestes zeigen kann. 

Worldcup Zolder, 26.12.19

Bild von Elisa Haumesser
Bild von Elisa Haumesser

Belgische Weihnachten! Selbst wenn es nur zwei gewöhnliche Weltcups sind, ist Namur und Zolder ein Saisonhighlight, nicht etwa wegen der Weihnachtszeit, sondern der Zeit, die man in Belgien mit seinen besten Kollegen und ganz SwissCycling verbringen darf. Zolder ist das Gegenstück zu Namur und sehr schnell. Sandiger Untergrund und viele Geraden machen es taktisch und spannend. Mir persönlich gefiel die Strecke, selbst wenn es nicht zu meiner Stärke gehörte. Leider wurde ich am Vorabend noch krank (Hals-, Kopf und Gliederschmerzen). Ich sagte mir: »Wenn Leute mit gebrochenen Rippen starten (Toon Aerts), muss mich eine Erkältung nicht einschüchtern!»

 

Ich startete gut und konnte mich bereits früh von der 6ten Reihe, aus welcher ich startete, lösen. Während dem Rennen spürte ich stets mein Kopf pochen, meine Beine schmerzen und erwischte mich oft, nach Luft schnappend. Ich hatte Freude, so zu kämpfen, selbst wenn die vorderen Plätze bereits früh, fern waren. In der dritten der insgesamt sechs Runden nahm ich noch eine kaputte Speiche in Kauf, woraufhin ich etwas vorsichtiger bis zur Pit Area fuhr. So verlor ich einige Plätze und fand mich auf Platz 37. Ich bot nun meinem Halsweh die Stirn und gab nochmals 3 Runden Alles was ich hatte. Ich achtete genau auf meinen Tritt, meine Atmung und meinen Rumpf und so gelang es mir, selbst auf den Geraden, Fahrer zu überholen.

Mit einem zufriedenstellenden 30igsten Rang und somit einem Weltcuppunkt, fuhr ich völlig erschöpft durchs Ziel und gleich weiter zum Auto, schnell etwas Warmes anziehen. Nun wartet bereits Meilen auf mich und ich gebe mein Bestes, mich schnell zu erholen!

Worldcup Namur, 22.12.19

Bild von Inès Dufaux
Bild von Inès Dufaux

Das Rennen, welches einem Schweizer wohl am bekanntesten vorkommt, wäre Namur. Mit vielen Höhenmeter, einem sehr ruppigen Untergrund und meistens Regen, war es auch eine meiner Lieblingsstrecken. Leider hat sie sehr viele Steine und Wurzeln und so holte ich mir bereits samstags einen Platten und der nasse Sand verklemmte meine Schaltung. Mit viel Mühe hat es Papa geschafft, dass ich heute dennoch mit zwei vollständigen und funktionierenden Velos fahren durfte. 

Am Start kam ich gut zurecht, wenn man das grosse Chaos vor mir vergisst. In der ersten Runde konnte ich mich sehr gut nach Vorne arbeiten. Als aber ein Amerikaner und ein Franzose beschlossen, vor mir im Matsch liegen zu bleiben, konnte ich nicht wiederstehen, auch noch reinzufahren:/ Ich verlor viele Ränge und mein Lenker verbog sich. Als ich ihn zurück in seine Position geschlagen hatte, musste ich im Schräghang eine Spur runter gehen, da vor mir nochmals ein Belgier stürzte. Ich fiel zwar nicht hin aber blieb am Streckenrand im Netz hängen. Also das Aufholen nochmals von vorne. Uns Schweizer verfolgte alles ausser dem Glück, denn wie die meisten anderen auch, holte ich mir nochmals einen Platten. Es wurde langsam mühsam, denn jedes Mal, wenn man sich nach vorne arbeitete, passierte etwas, dass einen wieder zurückschlug. Ich fand mich dann bei dem Schweizermeister Lars Sommer und zusammen fuhren wir ein drittes Mal nach «Vorne».

Aus der 7ten Reihe gestartet, zwei Mal Bodenkontakt und einem Platten, kann ich nicht mehr, als den enttäuschenden 38igsten Rang entgegennehmen. Es wollte heute wohl einfach nicht funktionieren, selbst wenn ich mich fit fühlte und die Topografie gestimmt hätte. Ich werde nun in Belgien trainieren, Weihnachten feiern und in Zolder am Weltcup alles geben. Schöne Weihnachten!

Radquer Madiswil, 1.12.19

Schnee wurde erwartet in Madiswil, doch als ich die Strecke unter die Lupe nahm, traf ich eine nur leicht angefeuchtete Strecke an. Vom sehr matschigen Fahrprofil stieg ich sogar auf den Allrounder um. Der wohl spannendste Teil war der klassische Schräghang, welcher aber auch schon schwieriger war. Die Strecke wurde allgemein etwas entschärft, da man mit wesentlich schlechterem Wetter rechnete.  

Überraschung! Kurz vor dem Start begann es zu regnen und die Strecke wurde sehr schnell rutschiger. Ich startete ganz solid und ging als 10ter in die zweite Hälfte der Startrunde. Ich konnte mich heute sehr gut selber motivieren und fuhr fokusiert. Nach den letzten Rennen musste ich etwas an meiner Einstellung ändern und dies zahlte sich heute aus. Ich hatte zuerst ein Duell mit meinen Schweizer Kollegen Andrin Betl und Nils Aebersold. Im Schräghang kam ich in der dritten Runde gut durch und konnte die beiden distanzieren. Es war mir möglich meine eigenen Linien und mein Tempo zu fahren und so schloss ich sogar an den Franzosen auf Platz Sechs an. Dieser machte nicht den Anschein, zusammenzuarbeiten wollen, um weiter nach Vorne zu kommen. Ich übernahm oft die Führungsarbeit, da ich die Franzosen vor mir im Visier 

Bild von Savanna Pearcey
Bild von Savanna Pearcey

hatte. Mein Gegner begann dann, mich auszustechen und auszubremsen, doch ich fühlte mich gut genug um diesen in einer Laufpassage hinter mir zu lassen. Er kam mir noch einmal näher, doch ich wollte ihn nicht mehr an meinem Hinterrad und so gab ich auf der letzten Runde nochmals ordentlich Tempo, so dass ich dem 5ten Platz immer näher kam.  

Ganz reichte es zwar doch nicht für den 5ten Platz, doch ich freue mich sehr über meine Leistung und den Sechsten Rang im starken Internationalen Feld. Nun habe ich eine eher erholsame Woche, bevor es mit der Nationalmannschaft nach Tenero, ins Trainingslager geht. Wenn ich etwas weiter vorausblicke, stehen die zwei Weltcup Namur und Zolder an, sofern man qualifiziert wird. Ich wünsche einen guten Start in die Adventszeit!  

 

Worldcup Koksijde, 24.11.19

Bild von Elisa Haumesser
Bild von Elisa Haumesser

Das Sandrennen, wie es alle nennen, ist somit tatsächlich schon ziemlich perfekt beschrieben. Es geht rauf und runter, links und rechts, teilweise sogar gegen deinen eigenen Willen rückwärts, nur eben im Sand. Der Sand war aber nicht nur auf der Strecke, sondern auch im ganzen Velo versteckt, sowie in den Augen, den Schuhen und den Wunden, welche man vom Start davontrug. Das Rennen war spassig, doch durch und durch sehr hektisch und selten war es möglich, seine Linie zu fahren, geschweige denn, sein Können und seine Kraft unter Bewies zu stellen. Oft habe ich auch den Fehler gemacht, an Fahrern vorbei zu rennen, nur um dann, auf der viel schlechteren Linie, Plätze und Kraft zu verlieren. Es ist schwierig, sich an einem solchen Rennen einzuordnen, wenn man ca. 5 Mal im Jahr die Gelegenheit hat, im Sand an seiner Technik zu feilen. Nach einem solchen Rennen gilt es dringend, seine Fehler zu akzeptieren, daraus etwas zu lernen und Vollgas geben, um schnell wieder in den vorderen Plätzen mitzumischen. Ich freue mich sehr auf Madiswil, nächste Woche, welches dann wieder eher meinen Vorlieben entsprechen sollte.

EKZ Cross Tour Hittnau, 17.11.19

Bild von Inès Dufaux
Bild von Inès Dufaux

Heute in Hittnau durfte ich einen kleinen, leistungsbezogenen Lichtblick geniessen. Selbst wenn das Wetter nass und kalt war und nicht gerade dazu einlud das Haus zu verlassen, machten sich meine Familie und ich, wie auch viele andere Schweizer und Ausländer, auf nach Hittnau. Nach Tábor und dessen langen Heimreise fühlte ich mich kraftlos und erschöpft, doch das „schlechte“ Wetter motivierte mich, noch ein zweites Mal an diesem Wochenende, mein Bestes aus mir zu holen. 

Auf der mitteltechnischen, strengen und schönen Strecke gelang mir ein guter Start. Zumindest eine Minute lang… da fuhr ich nämlich auf Platz 5, bis ich in der ersten Abfahrt, leider rücksichtslos von einem Franzosen, der, als wäre nichts passiert, weiterfuhr, abgeschossen wurde, während ich mein Gesicht und meine rechte Hälfte tief in den Schlamm drückte. Dieser Sturz zwang auch die Landeskollegen, meines guten Freundes, dem Franzosen, zu Boden. Noch in derselben Abfahrt überholte ich ca. 7 Fahrer und ging als 14ter auf die erste, volle Runde. Da mein Sturz einen verbogenen Lenker zur Folge trug, wechselte ich schon bei der ersten Gelegenheit mein Rad. In nur einer Runde fuhr ich von dem 14ten auf den 6ten Platz vor, was mich viel Kraft gekostet hat. Ich wusste wo ich gewesen wäre, wäre ich nicht gestürzt und so kämpfte ich aus purer Freude und Leidenschaft weiter. Durch eine hohe Trittfrequenz, konzentriertem herunterfahren und vielem Wechseln des Velos, fuhr ich während dem Rennen noch in die Top 5. Meine Handschuhe warf ich auch schnell weg, da sie nach dem Sturz voller Schlamm waren. Die Hände wurden kühl, die Brille verschmierte sich immer mehr und ich spürte deutlich das Rennen des Vortags, die verlorene Kraft der ersten Runde und die lange Heimreise in meinen Beinen. Ich kämpfte mich verbissen den letzten Anstieg empor, zufrieden den Franzosen hinter mir gelassen zu haben und fuhr vorsichtig die Abfahrt herunter.

Mit einem Wheelie, stolz über meine erbrachte Leistung und einige UCI Punkte reicher, fuhr ich lächelnd und dank der Kälte zitternd, unter dem EKZ Cross Tour Zielbogen hindurch. Nun heisst es putzen, putzen, putzen bis uns die Ohren wackeln und dann all den restlichen Papierkram zu erledigen, bevor es dann, wohl eher spät, wieder zu Bett geht. Ich wünsche Allen eine schöne Woche und freue mich, nächsten Sonntag über ein sandiges Rennen in Belgien berichten zu dürfen.

Worldcup Tabor, 16.11.19

Bild von Elisa Haumesser
Bild von Elisa Haumesser

Nach der langen Reise nach Tabor (CZE), durften wir eine der schönsten Strecken besichtigen. Die Bedingungen waren ein leicht genässter Boden, viele kurze Anstiege, jeweils gefolgt von schönen, leicht rutschigen, kurvigen Abfahrten. Ich fühlte mich gut und freute mich riesig auf eine nächste Chance und die unglaublich großartige Strecke.

 

Ich wurde in die fünfte Reihe aufgerufen, also etwa als 44igster Fahrer. Eingestanden bin ich ganz links, in der Hoffnung aussen an den Konkurrenten vorbeizuziehen. Dies ging sogar einigermassen auf und ich durfte etwa in der Top 35 ins Gelände, wo ich auf der aufregenden Strecke ins Geschehen eingreifen durfte. Fleissig, konstant und mit voller Freude kämpfte ich mich in kleinen Schritten nach vorne. Ich durfte, dank der vielen Trainings mit dem Nationalteam und Freunden, von meiner mittlerweile guten Kurventechnik profitieren. Oft überholte ich Fahrer, indem ich den grösseren Bogen bevorzugte, so dass ich mit mehr Schwung und einem gleichmässigen Tempo aus den Kurven kam. In der zweitletzten Runde war ich sogar in der Top 20 unterwegs, doch als ein Tscheche vor mir zu Boden ging, verlor ich diese Plätze wieder. Ich kämpfte bis zum Schluss und deshalb bin ich stolz,

 

Den 23igsten Rang an sich lässt mich noch nicht staunen, vor allem wenn ich an die Leistung in Bern denke. Ich weiss was möglich wäre, doch vorerst bin ich damit zufrieden, mein Bestes gegeben zu haben und nehme die Freude mit nachhause in die Schweiz, wo ich morgen in Hittnau starten werde.

EM Silvelle, 10.11.19

Seit Donnerstag durfte ich eine unglaublich tolle Zeit mit dem Swiss Cycling Team verbringen. Die Strecke besichtigte ich Freitags, Samstags und am Renntag selbst. Sie war sehr flach, doch selten musste man bisher so viel zu Fuss gehen, wie heute. Wegen des vielen Regens an den Vortagen, war der Untergrund sehr tief, klebrig und hartnäckig.

 

Ich startete aus der fünften Reihe und setzte mir sehr hohe Ziele. Als ich am Start bemerkte, dass ich nicht soweit nach vorne kam, wie ich es mir erhofft habe, war ich erstmals enttäuscht. Um jeden Platz wurde hart gekämpft, wie ich später auch an meinem eigenen Körper und Material sehen konnte. Bereits in der ersten Runde platzte mein Traum von einem Top 10 Resultat. Dennoch blieb ich hartnäckig, doch anstatt mein Können unter Beweis zu stellen und schlau zu fahren, fuhr ich einem Dickschädel ähnlich, völlig verbissen und vergas, meine Kraft schlau und geschickt einzusetzen. Das Ganze Rennen hindurch, fuhr ich Löcher zu, für welche ich mir hätte Zeit lassen sollen, um Konkurrenten an einer geeigneten Stelle zu überholen. Ich schloss mein Rennen in Italien als sehr unzufriedener 36igster ab.

 

Wie bei allen Fehlern, gilt es auch hier, etwas für die Zukunft mitzunehmen. Ich werde das nächste Mal mehr mit Köpfchen fahren, so dass ich nicht gegen mich selbst kämpfen muss. 

Worldcup Bern, 20.10.19

Ich hoffe den Rennbericht so zu schreiben wie das Rennen war. Spannend und nervenzerreissend. Die Strecke war bereits Samstags völlig verfahren und mit tiefem Schlamm bestückt. Oft war man mit absteigen und rennen schneller, als das Ganze zu fahren. Solche Rennen gefallen mir sehr. Die Bedingungen machten das Rennen hart und spannend.

 

Gestartet bin ich aus der 4ten Reihe, doch bevor es das erste Mal in den Schlamm ging, konnte ich schon wenige Plätze gutmachen. Als es dann rutschig und braun wurde und es links und rechts krachte, die Beine brennten und die Velos und Socken Braun wurden, blühte ich richtig auf. Das war es, was ich am Radquer so liebte und diese Leidenschaft für den nassen Untergrund, das Heimpublikum und die Tatsache an einem Weltcup gut unterwegs zu sein motivierte mich so sehr, dass ich jede Runde Plätze gutmachen konnte. Leider habe ich noch keine Rundenzeiten, doch etwa ab der dritten Runde schloss ich zum Schweizermeister Lars Sommer auf. Als zweiter und dritter Schweizer fuhren wir konstant auf dem 10ten bis 15ten Platz. Meine Beine litten zwar stark, doch da gabs noch viel zu machen. Vor dem Rennen war mein Ziel Top 15 und als ich das während dem Rennen zu einem Top 10 Ziel machen wollte, bestrafte mich die Gutgläubigkeit oder wer auch immer… Als ich mit Salvador Alvarado auf der 11 und 12 auf die zweitletzte Runde ging, passierte das, was mir bisher nie passiert ist. Ein Band, welches am Start auf die Reihen hinweist, löste sich vom Boden und verwickelte sich dramatisch in meiner Kassette. In diesem Moment wurde mein bisher bestes Weltcuprennen zu einem dramatischen Erlebnis, was ich sicherlich nie vergessen werde. Vor den Augen des Publikums, vor Allen die sich im Zielbereich aufhielten, versuchte ich verzweifelt dieses be********* Band von meinem Rad zu reissen. Das führte dazu, dass ich noch meine Brille verlor. Das Band war ich aber erst los, als ich das Rad aus dem Velo nahm. Nächstes Problem… Die Kette war verknotet und so beschloss ich nun endlich, den Weg in die Pit Area zu Fuss auf mich zu nehmen. Das Ganze kostete mich mein hart erkämpftes, gutes Resultat, doch den Spass, den Spass am Rennen, an den lieben Fans und Allen die für mich da waren, den liess ich mir durch dieses Band nicht nehmen! Die letzten zwei Runden holte ich noch einmal einige Fahrer auf und genoss jede einzelne Sekunde davon. Traurig, doch dennoch mit einem Lächeln im Gesicht fuhr ich auf dem Hinterrad als 37igster ins Ziel.

 

Die eine oder andere Träne konnte ich mir nicht verkneifen, doch das gehört auch zum Sport. Die anderen Schweizer sorgten heute dafür, dass man das Trikot mit stolz tragen durfte. Kevin Kuhn und Loris Rouiller sorgten sogar für einen 1. und 3. Rang bei den U23. Auch die Elite Damen und Herren und meine Kollegen aus der U19 machten uns mächtig stolz. Die Bänder haben sie nach unserem Rennen entfernt und durch weissen Spray ersetzt. Leider zu spät. Trotz diesem Niederschlag, war der Anlass ein Highlight der Saison und lässt mich nur noch vorfreudig auf mehr warten. Danke an jeden Einzelnen anwesenden heute!!!

Foto von Inès Dufaux

Radquer Steinmaur, 13.10.19

Eine sehr schnelle und holprige Strecke erwartete uns in Steinmaur. Anders als im Vorjahr, war es heute nicht kalt und weiss bedeckt, sondern heiss und beinahe staubig. Die Strecke war definitiv nicht meine Lieblingsstrecke, doch das Rennen war toll, um sich auf den kommenden Weltcup zu vorbereiten, sofern ich mich qualifizieren konnte.

 

Am Start verzichtete ich auf den rechten Platz in der ersten Reihe und versuchte, den Fehler von Aigle nicht zu wiederholen. So konnte ich mir das schnelle Hinterrad von Lars schnappen und ging in der Top 5 ins Rennen. Ich konnte mich dort gut halten, bis ich in einem kleinen Schräghang zu Boden ging. Ich kämpfte mich aber bis Ende Runde wieder zurück zur Spitze. Dort wurde etwas taktiert, doch ich konnte mich vorne halten. In der dritten Runde, immer noch bei der Spitze, verfing sich mein Lenker im Absperrband und so fiel ich erneut hin. Einen Moment später musste Dario wegen eines Defektes anhalten. Lars nutze die Turbulenz und fuhr souverän davon. Somit waren es ich und Nils, die sich um den zweiten Platz rangen. Nils hatte schlichtweg die Besseren Beine. Selbst wenn er die Führungsarbeit übernahm, gelang es ihm, mir eine Runde vor Schluss davon zu fahren. Mein Ziel war es nun, möglichst nochmals an Nils zu gelangen, doch viel wichtiger, ohne Defekt und Fehler ins Ziel zu kommen.

 

Dies tat ich auch und somit durfte ich mich heute neben dem schnellen Lars Sommer und Nils Aebersold aufs Podest stellen. Mit dem dritten Rang bin ich zufrieden, für die nächsten Rennen brauche ich noch mehr an Spritzigkeit. Nun warte ich gespannt meine Mails ab und hoffe auf ein Aufgebot für den Weltcup in Bern. So oder so werde ich vor Ort sein und würde mich über euer Erscheinen freuen. Eintritt ist gratis!!

Foto von Inès Dufaux

EKZ Cross Tour Aigle, 6.10.19

Der Start der EKZ Cross Tour fand am Sonntag in Aigle statt. Wir reisten bereits samstags an und übernachteten im Camper. So hatte ich die Gelegenheit, die Strecke genau unter die Lupe zu nehmen. Mit dem Sandfeld, den kurzen Anstiegen und happigen Kurven, gefiel mir die Strecke sehr gut. Sie war schnell, was bedeutete, dass der Start von grosser Bedeutung war.

 

Der misslang mir leider total und so ging ich als 20igster in das Rennen, welches mit starker ausländischer Konkurrenz geprägt war. Als ein Franzose begann abzukürzen, wurde ich sehr zornig, denn selbst wenn es Stau gibt, ist das kein Grund, mehrfach abkürzen zu dürfen. Gottseidank sah ich dies nicht als einziger und so konnten wir diesen im Ziel zur Rede stellen und anschliessend melden. Wir hoffen, dass er daraus lernt und diesen Sport in Zukunft fair ausführt. Ich selbst drückte den Powerbutton vor Beginn der zweiten Runde, leider zu spät und begann endlich mit dem Aufholen. Um zur Spitze zu kommen, hätte ich am Start schneller sein müssen, doch ich versuchte mein Bestes, in die Punkte zu fahren. So kämpfte ich Runde für Runde und gab mein Bestes. Das Rennen war sehr turbulent und oft musste man an Fahrer vorbeizirkeln, welche hinfielen.

 

Ich fuhr zum Schluss auf den 12ten Schlussrang, welcher mich nicht zufrieden stellt. Ich muss dringend an meiner Startfähigkeit feilen, so dass mir dasselbe nicht an den Weltcup Rennen passiert. Dennoch darf ich zufrieden sein, wie ich anschliessend gekämpft habe und ein sauberes Rennen fahren konnte. Ich freue mich in einer Woche wieder an den Start gehen zu dürfen.

Foto von meiner Schwester Leonie.

Radquer Mettmenstetten, 29.9.19

Trotz einem sehr anstrengendem, turbulentem, aber schönem Tag, habe ich nun noch etwas Zeit und Kraft gefunden, um euch von diesem Tag zu erzählen. Gestartet hat er um 6 Uhr, beim Frühstück mit Porridge und Orangensaft. Nach dem Brötchenstreichen für die Gäste am Heimrennen, besichtigte ich die harte, teilweise noch feuchte Strecke. Fast alles war fahrbar und die Beine fühlten sich besser, als vor einer Woche an. Um 10:45 durfte ich dann gegen meine starke Konkurrenz, ein letztes Mal mit meinem geliebten, grünen Trikot starten.

Als Vierter im Gelände, fühlte ich mich vorerst wohl, bis mich Lars überholte. Dessen Hinterrad schnappte ich mir, den das war schnell unterwegs. Nur noch als vierer Gruppe, machten wir uns auf eine zweite Runde. Bald merkte ich, dass ich bei den Hürden keine Zeit durchs Springen gutmachen konnte, und beschloss ab der dritten Runde zu laufen. Im Aufstieg verschärfte Lars das Tempo und als Andrin Betl einen Fehler machte, waren ich und Lars plötzlich zu zweit. Lars, der Team Kollege von Andrin, versuchte das Tempo etwas zu drosseln, in der loyalen Hoffnung, seinem Kollegen ein Ticket nach vorne zu sichern. Dies versuchte ich zu unterbinden, indem ich für Kurze Zeit die Führung übernahm und das Tempo verschärfte. Lars nutze meine Müdigkeit aus und fuhr mir drei Runden vor Schluss im Aufstieg davon. Lars sah ich bis ins Ziel nicht mehr, doch während den drei Runden durfte ich die wunderschöne, heimische Stimmung geniessen und wurde dabei kräftig angefeuert.

Mit dem zweiten Platz und meiner heutigen Form bin ich zufrieden und darf froh sein, dass ich mich so schnell von der Pause erholen konnte. Es war mir eine grosse Ehre in dem Trikot des IG Radquer Mettmenstetten, Rennen bestreitet haben zu dürfen und ich bin weiterhin ein stolzes Mitglied des Vereins. Ohne die Hilfe des Vereins hätte ich das nie geschafft und das werde ich niemals vergessen. Ab Dienstag beginnt mit einem Team, das aller erste UCI Team, dem ich beitreten darf und werde, ein neuer Lebensabschnitt und ich freue mich sehr auf diese Zeit. Ich möchte mich bei allen bedanken, die diesen Tag heute so unglaublich schön gemacht haben und freue mich, in einer Woche, in Aigle wieder an den Start gehen zu dürfen.

Foto Von Martin Platter.

Radquer Illnau, 22.9.19

 

Bereits Samstags bei der Streckenbesichtigung, herrschte grosse Vorfreude für den Start der Quersaison. Die Beine fühlten sich noch etwas leer an, doch ich versuchte dies zu ignorieren. Die Strecke war schnell und hart zugleich. Der Start schien von grosser Bedeutung zu sein und die Bedingungen waren sehr trocken. Ich entschied mich für einen Allrounder Collé und wie sich später herausstellte, für zu wenig Luft.

 

Bereits beim Start endstanden die ersten Probleme. Ich kam schlecht weg und ein Franzose drängte mich in den Pfosten, was mich wertvolle Zeit kostete. Ich versuchte den Anschluss an die Spitzengruppe zu finden, doch vorne machten sie bereits Tempo und ich hatte Mühe, beim Überholen. Den Start in die Saison hatte ich mir anders vorgestellt. Durch das Rennen hindurch kämpfte ich mich oft wieder an die Spitzengruppe, doch mir fehlte die Kraft und die Hoffnung für ein gutes Resultat. Technisch fühlte ich mich gut, doch es scheint als hätte die Zwangstrainingspause eben doch eine Auswirkung auf die Form. Schlussendlich habe ich das Rennen im Kopf verloren. Das ist mir aber lieber, denn den Kopf kriege ich schneller frei, als wenn ich mit der Form nicht zufrieden sein dürfte.

 

Ich hatte mir mehr als den achten Platz erhofft, doch ich freue mich auf die kommenden Rennen und werde Alles geben, um mich nach Vorne zu arbeiten, wo ich hin will. Bis in Mettmenstetten, wo ich in einer Woche  mein zweites Querrennen bestreiten werde.

Argovia Cup Langendorf C2, 25.8.19

Nach einer intensiven Woche, begleitet von Kopf und Halsschmerzen, fühlte ich mich während der Streckenbesichtigung ziemlich schlapp. Die eher technische Strecke gefiel mir dennoch sehr und ich wollte am letzten Bike Rennen der Saison nochmals Alles geben. Auch auf der Rolle bemerkte ich einen sehr hohen und trägen Puls, was mir verdeutlichte, dass ich die Erkältung noch nicht ganz losgeworden bin.

Am Start war ich etwa Achter und blieb dort für eine Runde. Meine Beine waren leer und ich fühlte mich schon beinahe etwas abwesend. Mein Kopf pulsierte stark und die Hitze machte das nicht einfacher. Es fiel mir sehr schwer, die Konzentration aufrecht zu erhalten. Auch mein Magen machte nicht mit und alles zusammen lies schon früh vermuten, dass heute nicht mein Tag war. In der Mitte des Rennen setzten sich dann einige Fahrer ab und ich kämpfte mit etwa vier Mitstreiter um den fünften Platz. In der letzten Runde gelang es mir mit grosser Mühe dennoch, meine Konkurrenten hinter mir zu lassen und den, den Umständen entsprechenden guten fünften Platz ins Ziel zu bringen.

Leider nicht der Saisonschluss den ich mir erhofft hatte, doch auch das darf es mal geben. Ich habe gut gekämpft und nun liegt die Konzentration voll und ganz auf der guten Erholung und Vorbereitung auf die Quersaison. 

Swissbikecup (HC) Basel, 18.8.19

Ja ich will fahren! Nach einer seeeeeehr langen Heimreise von Graz, bereitete ich Zuhause alles für den Sonntag vor. Was sollte da stattfinden? Ein weiteres internationales Rennen in Basel, genau. Ich beschloss, Basel zu fahren, nicht mit der Absicht Punkte zu holen oder einen guten Rang herauszufahren, selbst wenn das natürlich toll ist. Nein, ich wollte meine Bike Kollegen nochmals sehen und das Rennen geniessen. Nach 2 Runden hatte ich die Strecke und meine Linien gespeichert und machte mich auf die Rolle. Das Rennen blieb, wie die Jahre zuvor, sehr flach. Bis auf einen steilen Anstieg, ist Basel eine ziemliche Autobahn. Nicht meine Stärke und meine müden Beine von Graz, liessen mir nicht grosse Hoffnungen übrig, doch Alles zu geben, blieb dennoch die Devise:)

Ich durfte in der zweiten Reihe starten, was ich mittlerweile sehr zu schätzen weiss. Trotzdem ging es am Start sehr turbulent zu und her. Überall krachte es wiedermal und man hörte Fahrer ausrufen. Das war ich mir von Basel gewohnt und ich versuchte mich unauffällig Vorne aufzuhalten. Auf dem Teer verschaffte ich mir einen Platz in der zweiten, der zustande gekommenen Reihen. Im Aufstieg durfte ich nochmals einige Fahrer überholen und von da an war ich erstmals eine Weile mit der Spitzengruppe unterwegs. Die Beine fühlten sich nicht gut an, doch ich wusste, dass man das in Basel gar nicht immer haben muss, da sich mit gut geplanten Kraftinvestitionen viel machen liess. Ich versuchte die Anderen führen zu lassen, selbst wenn ich im technischen dann wieder nach Vorne fuhr, um dem “Handorgeln“ aus dem weg zu gehen. So blieb ich in der Spitzengruppe, bis ich in der vierten Runde auf dem Teer führte. Ich beachtete aber meine Zone, so dass ich einfach genug warm in den Aufstieg kam, denn das progressive fahren ist nicht meins. In dieser Runde griffen sie im Aufstieg an und ich verlor einige Sekunden. Auf der Fünften holte ich sie nochmals auf, doch sie waren schnell wieder weg. Die letzte Runde fuhr ich in der Verfolgergruppe, mit welcher wir sogar nochmals aufschlossen, doch ich hatte keine Körner mehr, mit den Vorderen mit zu gehen. Wir waren also drei Verfolger, welche den fünften Platz untereinander ausmachen mussten. Ich versuchte im technischen Abschnitt ein Loch zu machen, was ich auch schaffte. Dieses war aber nicht genug gross und so verlor ich im Sprint, meiner Schwäche, den sehr fairen Kampf gegen Andrin Gees und Tim Kluser und fuhr als sehr zufriedener siebter über die Ziellinie.

Ich bin sehr, seeeehr zufrieden mit diesem sehr intensiven Rennwochenende. Nun liegt nur noch ein Argovia Cup vor mir und danach liegt der Fokus voll und ganz auf der Quersaison. Man hört sich nächste Woche, wo es in Langendorf zu meinem Saisonende kommt!

Junior Series Graz, 17.8.19

Nach einer langen Rennpause mit etwas Erholung und guten Trainingslagern ging es im österreichischen Graz noch einmal mit dem MTB zur Sache. Die Strecke war der Hammer, denn sie beinhaltete technische und dennoch einige erholsame Abfahrten in Abwechslung mit harten, anspruchsvollen Aufstiegen. Ich musste mich etwas an die staubigen Verhältnisse gewöhnen doch bald fühlte ich mich sicher und bereitete mich voller Vorfreude auf das Rennen vor.

Der Start war auf den hinteren Plätzen, wo ich aufgrund geringer Anzahl UCI Punkte auf meinem Konto starten musste, sehr hektisch. So versuchte ich meine Kraft nicht beim «Handorgeln» (immer Bremsen und antreten aufgrund der Hektik) zu vergeuden. Es gelang mir schon im zweiten Aufstieg und den Abfahrten zu überholen und somit befand mich irgendwo zwischen 20-30. Ich spürte wie die Beine immer besser wurden und konnte mir die Kraft gut einteilen. Gefühlsmässig war die dritte der fünf Runden die Beste und ich konnte mich bis zur 14 vorkämpfen. Dort warnten mich Anzeichen von Krämpfen, nicht zu überdrehen und ich versuchte mein Bestes, den Platz zu halten. Den Berg hinauf kamen die Hinteren gerne etwas näher, doch in der Abfahrt konnte ich stehts wieder Abstände herausfahren. Auf der letzten Runde kam mir ein Österreicher immer näher und ich musste nach der Abfahrt noch mal Alles geben, so dass ich den sehr guten 14ten Platz, mit 7 Sekunden Vorsprung auf den Österreicher, ins Ziel bringen durfte.

Ich bin froh, noch wichtige UCI Punkte gesammelt zu haben. Somit hat sich die lange Reise gelohnt. Nun bin ich auf dem Heimweg und werde spontan noch schauen, ob ich am Sonntag in Basel starten kann. Ein grosses Dankeschön an Swiss Cycling, Martin Gujan und die Kollegen aus der Nationalmannschaft, welche mir eine super Zeit in Graz geschenkt haben. Bis dann!

Junior Series Andermatt, 30.6.19

Das sehr hoch gelegene Junior Series in Andermatt war topografisch eine sehr schöne Strecke. Leider enttäuschten mich, die sehr engen Passagen, welche das Überholen deutlich erschwerten, einmal mehr. Keine Frage, wenn man alleine auf der Strecke wäre, quasi ein Zeitfahren, wäre die Strecke toll, doch mit 91 internationalen Teilnehmer erwies sich die Strecke als sehr mühsam und nervenraubend. Fühlen tat ich mich gut, merkte aber noch eine gewisse Müdigkeit vom schweren arbeiten an der prallen Sonne.

Als 46igster wurde ich aufgerufen. Am Start hatte ich ziemlich Probleme, wie gesagt, die Strecke war eng und ich musste ganz links einstehen. Als der Startschuss kam Problem eins, die Strecke wurde nach 50m links schmaler gemacht -> ich musste auf die Bremse. Problem zwei war der Kiesaufstieg, wo es im riesigen Chaos von 90 angefressenen Top Fahrern schepperte. Nr 3. war die Passage, in welcher man neben drei Mitstreitern neben sich warten musste, bis der Stau vor einem endlich weg war, denn von 2.5m wurde die Strecke ca. 1m breit. Als ich Problem 4, das letzte und schlimmste antraf, sah ich bereits meine Kollegen entgegen kommen. Diese musste schon 1.5min Vorsprunggehabt haben, denn ich war auf dem Weg in den Serpentinen-Anstieg und das zu Fuss. Ich konnte durch drängeln ein zwei Platze gut machen, doch ich wollte gar nicht wissen, wo ich mich befand. Nach diesem Aufstieg, begann das Rennen dann auch für mich. Ich fuhr konstant nach Vorne und genoss es, wenn ich mein Tempo fahren durfte. Vor allem gefielen mir die längeren Aufstiege in welchen ich ordentlich überholen durfte. Auch wenn ich mich über den Start ärgerte, gelang es mir, in die Punkte hinein zu fahren, nämlich auf den 23 Platz.

Wenn ich Startplatz und Rang und vor allem die Rundenzeiten betrachte, bin ich zufrieden, wie ich kämpfen konnte, doch über meinen Platz ärgere ich mich immer noch ein wenig. Nun werde ich noch etwas arbeiten, bis meine Trainingslager folgen. Ich freue mich sehr auf die Zeit mit meinem Quervelo und Mountainbike, viel Sonne und gute Freunde. Geniesst die Sommerpause! Man hört von einander.

Junior Series La Thuile, 22.6.19

Freitags war ich mit der Nationalmannschaft auf der Streckenbesichtigung und uns wurde sehr schnell klar, dass die Strecke technisch anspruchsvoll werden würde. Es gefiel mir, selbst wenn einige Abschnitte wirklich am oberen Limit lagen, für das, dass man völlig erschöpft die Passagen bewältigen muss. Es wurde gegen den Abend noch rutschig, was mir irgendwie gefiel.

Als der Schuss fiel, machten sich rund 80-90 Weltklasse Fahrer auf den Weg. Ich fiel von meinem Startplatz noch weiter nach hinten als ich sowieso schon war und fand mich etwa als 60igster. Im Aufstieg überholte ich bereits einige Konkurrenten. In der Abfahrt schloss ich trotz vorsichtigem fahren zu den nächsten auf. Man musste immer wieder absteigen, warten usw, da es einfach zu viele Fahrer waren. In der ersten Runde alleine stürzten 4 Fahrer vor mir, was mich etwas einschüchterte. Auch meine Schaltung machte Probleme und schon da hatte ich im Kopf Mühe, weil ich mehr wollte. Runde für Runde kämpfte ich und gab mein Bestes, doch Bergabwärts holte ich nicht viel auf und Bergaufwärts sprang mir oft die Kette, teilweise musste ich deswegen sogar laufen. Ich schnappte zwar konstant ein paar Konkurrenten, doch mein Kopf, die engen Passagen und einige Probleme hielten mich davon ab weit nach vorne zu kommen. Mit einem unzufriedenen 33 Platz reise ich nun zurück in die Schweiz, wo mich nächste Woche in Andermatt das nächste Junior Series Event erwartet.

Ich hoffe auf eine gute Trainingswoche und mehr Glück in einer Woche. Bis dahin werde ich mein Kopf etwas aufräumen und das Rennen noch ein paar Mal durchgehen, um in Zukunft bestimmte Fehler zu vermeiden und daraus zu lernen.

Swissbikecup Leukerbad, 16.6.19

Was für eine Atmosphäre in Leukerbad. Ich war schon immer verliebt in die Bergwelt und bin es heut zutage noch viel mehr. Ich reiste Samstags an und besichtigte die Strecke bei trockenen Verhältnissen. Sie ist simpel zu beschreiben, es geht einmal den Berg hinauf, bis man die Beine nicht mehr, jedoch umso mehr die Höhe spürte. Danach ging es technisch und am Renntag rutschig den Berg hinunter. Abends zog nämlich ein Gewitter auf und die Strecke wurde schmierig. Darüber freute ich mich und dank den Ohrenstöpsel konnte ich ruhig schlafen.

Ich besichtigte die Strecke am Morgen nochmals und freute mich über die vielen Höhenmeter und die nassen Bedingungen. Grosse Änderungen an der Strecke gab es nicht mehr. Meine Beine fühlten sich noch etwas leer an, aber ich war umso motivierter.

Gestartet auf der 19, verhielt ich mich erstmals ruhig. Ich liess mich bewusst etwas zurückfallen, selbst wenn es schwierig war, dabei nicht nervös zu werden. Ich sah etwa 25 Fahrer vor mir und spürte ein grosses Feld im Nacken, als die Ersten begannen sich aus dem Staub zu machen. Ich schraubte meine Tourenzahl nun etwas hoch und zog an einigen meiner Konkurrenten vorbei. Leichter als gedacht konnte ich mit dem Tempo der Vordersten mithalten und hielt mich in der Top 10 auf. Immer mehr sah ich andere beissen und leiden, während ich mich richtig wohl fühlen durfte. Das tat gut, mal die anderen leiden zu sehen, so wie es mir sonst meistens geht. Ich investierte noch etwas in den Sprint in die Abfahrt und fuhr hinter Tim Kluser und vor Kedup Gyagang als 7ter in die Abfahrt. Vom 19 auf die 25 zurück, auf die Sieben, alles im ersten Anstieg. Hektischer aber war noch die Abfahrt, in welcher Kedup und Ich, Tim überholten und uns den Weg nach Vorne bahnten. Ich fühlte mich gut, hatte aber Respekt vor Krämpfen und Kräfteverlusten, weshalb ich versuchte konstant und ruhig, mit einem hoch aber nicht zu hohem Tempo und einer angenehmen Kadenz, den Berg hinauf zu strampeln. Selbst ohne am Limit zu fahren, schmerzten die Beine und das Atmen machte einem Mühe. Im oberen Teil wurde es nochmals richtig happig und in der Abfahrt überholte mich Kedup. Dieser fuhr, wie die Italiener vor mir ebenso, sehr stark bergab. Ich konnte mit Mühe aber dranbleiben und versuchte immer genug zu trinken. Bis in die zweite Hälfte des 3ten Anstiegs, blieb ich weiterhin ruhig, so dass ich dann das Tempo verschärfen konnte. Kräftig angefeuert und mit viel Freude kämpfte ich mich den Berg hoch. Die Top Fünf, wie auch die Podest Fahrer vor meinen Augen, das alles motivierte mich sehr. Kedup hatte ich distanziert, als ich dem vierten Fahrer, einem älteren Italiener am Hinterrad hängte. Der Italiener zeigte in der Abfahrt seine Stärke und liess mich ehrlich gesagt fast schon stehen. In der letzten Runde versuchte ich noch einmal alles zu geben, was ich mir aufgespart hatte, doch ein zweites Mal kam ich nicht mehr ran. Ich brachte die Abfahrt fehlerfrei und sicher hinter mich und fuhr als stolzer Fünfter unter dem Zielbogen hindurch.

Fünfter Platz, hinter zwei älteren Italienischen Fahrern und auf einer der härtesten Strecken, die ich bisher gefahren bin, das liess sich gerne sehen. Natürlich freue ich mich riesig darüber und bereite mich nun bestmöglich auf die Junior Series (La Thuile) vor. Ich hoffe meine Leistung auf diesem Niveau halten zu können oder sogar zu verbessern. Ich wünsche allen einen guten Wochenstart und freue mich nächsten Samstag wieder berichten zu dürfen.

Schweizermeisterschaften Gränichen, 2.6.19

Endlich!!! Der Sommer ist auch in der Schweiz angekommen, rechtzeitig für die Schweizermeisterschaften. Die Strecke war mir bereits bekannt, technisch und eine der Schweizermeisterschaften würdige Strecke. Mein Ziel war die Top fünf, doch bei dieser Konkurrenz nur schwer erreichbar. Meine Beine fühlten sich auf der Rolle gut an, die Hitze liess aber auch mich schwitzen.

Nach vielen herzlichen «Gutglück Wünschen» ging ich etwas nervös an den Start. An diesem wollte ich, gegen die zweite Hälfte des Aufstiegs noch einen draufgeben. Im Rennen war das aber schwerer als gedacht. Als 20igster ging ich in die Abfahrt, sehr verunsichert was mein Ziel betraf. Ich schnappte mir aber ein gutes Hinterrad, an welchem ich dann auch bald vorbeiziehen konnte. Ich konnte meinen Rhythmus schnell finden und wusste, wie wichtig dieses Rennen sein konnte. Ich holte fleissig auf und fuhr Ende erster Runde als 11ter unter dem Zielbogen hindurch. In der zweiten Runde schlug ich Fahrer, welche ich mir kaum hätte erträumen können und ging als Achter auf die dritte Runde. Halbzeit! Im Kopf half mir die Aufholjagd enorm und ich hatte wieder die Top 5 im Visier. Das liess mich über meine Grenzen gehen und ich kämpfte mich, mit der schnellsten Rundenzeit auf den sechsten Platz vor. «Unglaublich! Noch ein Fahrer überholen!», dachte ich mir, während ich aber den Siebten im Nacken hatte. Vor mir war die Spitzengruppe, in welcher alle fünf Fahrer fuhren. Mit voller Motivation und brennenden Beinen fuhr ich auch in der vierten Runde die schnellste Rundenzeit und schloss an die Spitzengruppe an! Lange konnte ich diese Pace aber nicht halten, da mich im Aufstieg meine Krämpfe quälten. Ich sah aber einen Weiteren, welcher die Gruppe gehen lassen musste, also versuchte ich mit bestmöglicher Konzentration in der Abfahrt aufzuschliessen. Hinter mir hatte ich Zeit, doch mich interessierte nur noch der fünfte Platz. Schon beinahe am Ende der letzten Runde, immer noch als sechster unterwegs, sah ich auf einmal Luke Wiedmann. Das war meine Chance! Er war wohl gestürzt und hatte zu kämpfen. Nach der Abfahrt fuhr ich an ihm und dem vor ihm fahrenden Master Fahrer vorbei, welcher ihn aufhielt. Etwas fies für Luke Wiedmann, der sich sicherlich mehr erhofft hatte, doch eine riesen Motivationsspritze für mich.

Mit dem fünften Platz habe ich mein Ziel erreicht und mich selbst übertroffen! Ich bin enorm stolz und froh, dass ich nie den Kopf hängen gelassen habe. Somit sollte ich mir auch ein paar UCI Punkte ergattert haben und Motivation tanken können. Ich freue mich auf die nächsten, hoffentlich heissen und sonnigen Rennen.

Berner Rundfahrt, 18.5.19

Nervös und mit viel Freude blickte ich meinem aller ersten, richtigen Rennvelo Rennen entgegen. Die Temperaturen waren sehr angenehm und es herrschte Windstille. Mit 3 Runden an 34km sahen wir insgesamt 1260 Höhenmeter entgegen. Mein Ziel war es, ohne Sturz durchzukommen und neue Erfahrungen zu sammeln.

Der Start war teilweise recht gefährlich aufgrund diverser Inseln und Kreisel auf der Strasse. Ich versuchte mich im Feld zurecht zu finden und ging die erste Runde sehr vorsichtig an. Bald schon begann der vorerst schleichende Aufstieg, welcher bald zu einer harten ersten Rampe wurde. Als wir diese beklommen hatten, ging es mit viel Schwung in den Hauptanstieg, wo der Bergpreis vergeben wurde. Ich konnte mich gut im Feld halten und trank meinen ersten Bidon leer. Nun ging es wellenartig bis zur Abfahrt weiter und bald auch schon ins Zielgelände. Oft hatte ich Mühe, nach den Kurven mit dem Feld mit zu halten und merkte, dass mir die Gänge ausgingen. Ich konnte mich die zweite Runde gut halten, bis auf eine lange Gerade, auf welcher ich beinahe das Feld verlor. Ich spürte, dass ich nicht mehr so fit war wie zu beginn, doch ich versuchte mich im ersten Drittel des Felds aufzuhalten. In der dritten Runde fiel ich im Anstieg tatsächlich aus der Spitzengruppe, doch in einer kleinen Gruppe fuhren wir wieder zurück in das führende Feld.

Ich hatte nicht mehr genügend Körner um im Sprint noch grossartig etwas auszurichten, doch ohne Sturz kam ich durch und es machte durchaus Spass. Ich habe vieles gelernt und konnte dem hohen Tempo standhalten. Ich freue mich nun auf die anstehende Bike SM.

Swissbikecup Solothurn, 11.5.19

Das Rennen an den Bike Days ist, wie den meisten bekannt, ein sehr schnelles Rennen. Im Schanzengraben wird gestartet und dann geht es auf die flache Teerstrasse, auf welcher man entgegengesetzt auch zurückkehrt, wenn man den einzigen Aufstieg und spassige Abfahrt hinter sich hatte. Wir blickten erneut einem rutschigen und nassen Rennen entgegen.

Gestartet bin ich gut und fand mich auf dem Teer in der Top 15. Im Aufstieg ging es mir gut und ich kämpfte mich auf die Nummer 8 vor. Zusammen mit Nils Landenberger bestritt ich die ersten drei Runden, während wir uns noch einen Platz nach vorne kämpften. Leider passierte mir auf der vierten Runde ein schwerwiegender Fehler, mit welchem ich den Anschluss an Nils verlor. Daraufhin ging ich in der Fläche ziemlich ein und Krämpfe machten sich spürbar. Ich hatte Mühe, zurück in meinen Rhythmus zu finden und verlor noch einige Plätze, bis ich mit dem 11ten Rang ins Ziel fuhr.

 Schade, dass es nicht für UCI Punkte reichte, doch viel mehr schmerzt es, das mir dieser Fehler im Schanzengraben passiert ist. Nun freue ich mich auf mein erstes richtiges Strassenrennen in Lyss.

HC Junior Series Heubach, 5.5.19

Natürlich freute ich mich riesig über das Aufgebot für Heubach und sah dem Rennen gespannt entgegen. Ich und mein Vater reisten am Freitag, nach dem Feierabend nach Deutschland, natürlich mit viel Stau. Am Samstag durfte ich mit dem Nationaltrainer Martin Gujan und meinen Kollegen auf die Strecke. Wir genossen, trotz dem regnerischen und kalten Wetter, eine spassige, lehrreiche Streckenbesichtigung, von welcher ich viel profitieren konnte. Die Strecke entsprach ganz meinen Vorlieben, Einmal steil rauf (220 Höhenmeter um genau zu sein) und dann technisch runter mit kurzen, happigen Gegensteigungen. Wie schon gesagt, waren die Wetterbedingungen sehr nass, doch sonntags während dem Rennen kam das Wasser wenigstens nicht von oben.

 

Mein Startplatz befand sich etwa in Reihen 8-9 und damit war ich schon froh! Unser Startfeld bei den Junioren war überdimensional gross. Gemeldet waren 123 startende, doch mein Vater meinte eben, dass es sogar noch mehr waren. Es waren etwas weniger als 20 Schweizer am Start. Als der Startschuss ertönte, ging der ganze Zirkus los. Überall hörte man Stürze und Räder, die ineinander knallten. Auch vor mir gab es insgesamt 3 Stürze, welche mich erstmals recht ausbremsten. Ich konnte meine Strategie aber durchziehen und blieb die ersten 500m erstmals ruhig und versuchte kraftsparend mitzuziehen. Nun begann ich langsam mein Tempo zu erhöhen und meinen Tritt zu finden. Dies gelang mir und schon bald konnte ich beinahe mühelos an denen vorbeiziehen, welche ihre Kraft schon verpufft hatten. Bald befand ich mich bei einigen Schweizer Kollegen, mit welchen ich das erste Mal in die Abfahrt ging. Ich schätze, etwa auf der 80-90 gestartet zu sein und war bereits nach der ersten Runde 47igster. Im Aufstieg, der zweiten Runde ging das Überholen weiter und ich fuhr in der zweiten Runde als 40igster an der Techzone im Aufstieg vorbei. Im Visier hatte ich die Top 25 und es waren noch zwei weitere Runden zu gehen. Andrin Fehr und ich konnten oft miteinander fahren und pushten uns gegenseitig. Auch wenn ich in der dritten Runde in der Abfahrt noch von einem Tschechen abgeschossen wurde, arbeitete ich mich noch ein Stück nach vorne. Als wir auf die letzte Runde gingen, musste ich noch mit ansehen, wie Jean-Luc Halter, der ein starkes Rennen fuhr, einen Platten einfing. Ich und Andrin fuhren mit gleichmässigem Tempo aufwärts und versuchten unser Bestes. Mich reizte es, die 4er Gruppe vor uns noch einzuholen, wo auch Lars Sommer war. So erhöhte ich das Tempo noch einmal, womit Andrin Fehr den Anschluss verlor. Ich kam nochmals an den Tschechen, der mich abgeschossen hatte ran, doch ihn zu übersprinten (abwärts) war nicht mehr möglich.

 

Mit vielen neuen Erfahrungen und viel Freude sah mir im Ziel der 32 Platz entgegen (8ter Schweizer). Mit dem gebe ich mich aufgrund meiner Leistung und dem Startplatz sehr gerne zufrieden, auch wenn ich mein Ziel verpasst habe. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei meinem Vater, Swiss Cycling, Martin Gujan und allen weiteren Beteiligten, für deren Bemühungen, Einsatz und Engagement bedanken. Ohne euch, wäre nichts von all dem möglich! Danke!!! Ich wünsche eine schöne Woche und warte schon hungrig auf den Swissbikecup in Solothurn, welchen ich gerne empfehle, zuzuschauen, da dort auch die Bike Days stattfinden. Bis zum nächsten Mal!

Argovia Cup Lostorf, 28.4.19

Ein weiteres Rennen mit den Verhältnissen von einem Querrennen klopfte an der Tür. Da es ein C2 Rennen war, traf ich auf ein starkes Feld, was mich aber sehr freute. Die Strecke wurde aufgrund der matschigen und rutschigen Verhältnisse gekürzt, doch spannend blieb sie dennoch.

 

Am Start konnte ich meinen 18ten Startplatz leicht verbessern und mich in der ersten Runde nach vorne arbeiten. So war ich in der ersten Runde etwa 11ter und schloss, nach einem kleinen Sturz in der Wiese, zu meinem Kollegen Nils Landenberger auf. Wir beide schienen den Regen zu mögen und fuhren konstant zusammen. In der zweitletzten Runde waren wir auf 8 und 9 unterwegs, als mir Nils im Aufstieg davon sprintete. Mit einem Amateur Fahrer vor mir in der Abfahrt, verlor ich den Anschluss an Nils. Den Amateur Fahrer liess ich dann hinter mir und machte mich an die Verfolgung. Tatsächlich schloss gegen Ende der letzten Runde nochmals zu Nils auf. Jedoch schon ziemlich angeschlagen und schlussendlich im Sprint geschlagen, gab ich mich mit dem 9ten Platz zufrieden.

 

Das Rennen machte mächtig Spass und ich genoss den Kampf mit Nils. Nun hoffe ich aber dennoch auf wärmere Verhältnisse nächstes Wochenende. Dann werde ich nämlich in Heubach, am den Junior Series starten dürfen. 

Swissbikecup Buchs, 14.4.19

Die Streckenbesichtigung am Samstag zeigte schnell, dass das Rennen anstrengen werden würde. Sie bestand aus Aufstiegen und Abfahrten und von Geraden war nichts zu sehen. Der Aufstieg gliederte sich in zwei Teerstrassen und der Rest waren enge steile und rutschige Aufstiege, wo jeweils keine Möglichkeit bestand, zu überholen. Ich entschied mich mit dem Hardtail zu fahren, und setzte auf eher grobes, weiches Profil und wenig Luft.

Der Start war in einer sehr ekligen Linkskurve, wo ein Sturz und Probleme vorprogrammiert waren. So war es auch, denn kurz nach dem der Startschuss gefallen war, war es mir in der etwa vierten Reihe beinahe unmöglich, anständig starten zu dürfen. Ich schätze mich nach dem ersten Aufstieg auf dem etwa 40 Platz ein. Bis nach ganz oben konnte ich mich bereit fünf Plätze nach vorne Kämpfen und das erste Mal über die Ziellinie war ich 29igster. In meinem Rhythmus war ich aber noch nicht und auch nicht auf der Position, welche mir passte. In der zweiten Runde kämpfte ich bereits mit der Kälte und der verschmutzen Brille. Als ein Betreuer meinem Vater den Bidon aus der Hand schlug indem er in seinen ausgestreckten Arm lief, musste ich vorerst ohne Bidon weiterfahren und konnte keinen Gel zu mir nehmen. In der zweiten Runde fiel ich auch noch um und ging als 28igster auf die dritte Runde. Ich begann aufzudrehen und fand endlich meinen Rhythmus. Wegen der schlechten Sichtverhältnissen war ich gezwungen die Brille abzuziehen und meiner Mutter zuzuwerfen. Ich überholte in der dritten Runde 10 Fahrer, wurde in den engen Aufstiegen aber oft aufgehalten. Auch die vierte und fünfte Runde lief mir besser und ich kämpfte mich langsam dorthin, wo ich auch hinwollte. Ehrlich gesagt hätte ich mir sogar noch eine weitere Runde gewünscht, doch nun kann ich viel für die nächsten Rennen mitnehmen.

Das Rennen machte viel Spass, auch wenn die Kälte nicht hätte sein müssen. Mit dem 15ten Platz bin ich noch nicht zufrieden, doch mit meiner Leistung kann ich mich langsam anfreunden. Ich glaube eine Woche in der Toskana wird mir weiterhelfen und ich hoffe, bald auf Hochtouren zu kommen.

Swissbikecup Rivera, 7.4.19

Am Samstag war es mir mehr als recht, vom kalten Mettmenstetten ins etwas wärmere Tessin zu fahren. Das Wetter war Samstags angenehm, sollte am Sonntag aber übel werden. Die Strecke war bereits am Samstag sehr rutschig, nass und vor allem sehr, sehr technisch. Solche ein Typus von Strecken gefallen mir sehr und sollten mir auch liegen.

Nach einer etwas unruhigen Nacht im VW Bus schaute ich raus und zu meiner Überraschung regnete es nicht, wie es eigentlich sollen hätte. Es startete erst als ich auf der Rolle war, doch die Strecke besichtigte ich nicht nochmals.

Gestartet bin ich gut, doch der lange Aufstieg machte mir zu schaffen und das hohe Tempo konnte ich nicht so gut wie andere mithalten. Es spülte mich weit hinter die Top 30 und ich musste erstmals meinen Rhythmus finden. Noch in der ersten Runde begann ich aber aufzuholen. Auch ich stürzte hin und wieder, doch ohne Sturz durchzukommen war wohl unmöglich unter diesen Bedingungen. Ich den Schwierigen Passagen konnte ich die Überholten hinter mir lassen und Abstand schaffen. 5 Runden waren zu gehen und ich der Dritten oder Vierten fand ich mich knapp in der Top 20. Von Hinten kam Joshua Zimmermann, welcher ebenfalls ordentlich Zeit gutmachte. Er schloss zu mir auf und verschärfte das Tempo nochmals. Als ich dieses mitgehen wollte spürte ich Anzeichen eines Krampfes, ignorierte diese aber. Kurz darauf hatte ich in Beiden Oberschenkel, oben wie auch hinten, massive Krämpfe. Ich musste Tempo rausnehmen, doch aufgeben oder stehen bleiben war keine Option. Ich denke die Krämpfe kamen davon, dass ich zu wenig trank und die Rennen nun mal 30 min länger gehen. Daran muss ich mich wohl noch gewöhnen, doch die Krämpfe liessen mich bis in die Dusche nicht mehr in Ruhe. Ich konnte sie im langen Aufstieg etwas auf die Seite schieben und fand den Anschluss an meinen Kollegen Joshua wieder. Wir gingen zusammen auf die letzte Runde und ich versuchte dranzubleiben. Als er die Chicken Line nahm und ich die schnellere Variante nehmen wollte, schlug es mich nochmals ziemlich fest auf die Steine und so verlor ich Joshua erneut. Mit vielen Schmerzen im Knie, Ellbogen und natürlich und den mit Krämpfen versetzten Beinen brachte ich aber dennoch den 17ten Platz über die Ziellinie.

Definitiv nicht, was ich wollte und erhoffte, doch bei solchen Fehlern und Schmerzen, kann ich damit zufrieden sein. Nun folgt für mich eine strenge Woche in der Lehre, mit ÜK und grossen Prüfungen. Ich schaue, dass es meinem Knie bis Buchs wieder besser geht und hoffe auf ein besseres Rennen dort.

Argovia Cup Hochdorf, 31.3.19

Diesen Sonntag bin ich im Bike in die neue Kategorie, U19 aufgestiegen. Das Rennen um in dir Saison zu starten sollte in Hochdorf unter sonnigen Verhältnissen stattfinden. Der Untergrund war trocken und die Strecke schnell und taktisch. Ich freute mich, wieder an den Start zu gehen.

Ich konnte mich während der Startrunde auf Platz 5 fahren und wir gingen als grosses Feld auf die erste schnelle Runde. In der zweiten Runde sprintete Luke Wiedmann dem Rest des Feldes davon und verschaffte sich im darauffolgenden technischen Abschnitt einen Vorsprung. Wir nahmen dies aber nicht so ernst wie wir hätten sollen und liessen ihn erstmals alleine im Wind fahren. Später bemerkten wir, dass wir Biker nicht allzu gut zusammenarbeiten konnten und Luke zu weit weg war um eingeholt zu werden. Deshalb versuchten Nils und ich uns vom Rest des Feldes abzusetzen. Dies gelang uns in der zweitletzten Runde. Wir arbeiteten gut zusammen und teilten den Windschatten untereinander auf. Das Feld kam in der letzten Runde jedoch immer näher, da sie vom Elite Feld angeführt wurden. Beim Aufstieg waren sie wieder an uns dran, doch Nils und ich wollten unsere Podest Plätze nicht verlieren und setzten erneut zum Sprint an. Zu zweiz kamen wir in den Trail, bis uns ein überrundetes Mädchen voneinander trennte. Somit musste ich Nils leider gehen lassen, auch wenn es am Schluss nochmals knapp wurde, als er in der letzten Kurve noch beinahe stürzte.

 

Mit dem dritten Platz darf ich mich sehr zufriedengeben und motiviert nach Rivera reisen. Nun bin ich hungrig und gespannt auf die nächsten Rennen und hoffe meine Form noch etwas verbessern zu können. 

Worldchampionships Bogense, 3.2.19

Eine sehr, sehr schnelle Runde fanden wir in Bogense vor. Der am Meer gelegen Parcours beinhaltete lange Geraden, kurze Laufpassagen, wenige technische Passagen und Hürden. Am Renntag war der Boden hart mit einer leicht schmierigen Schicht darüber. Die Strecke war nicht meine lieblingsstrecke doch die Vorfreude blieb. Am Start waren neben mir noch 79 weitere Fahrer, welche alle das gleiche Ziel hatten.

 

Ich startete in der zweitletzten Reihe und konnte mich leider nicht nach Vorne kämpfen. Während der ersten Runde holte ich etwa 10 Fahrer ein und auf der Fläche profitierte ich vom Windschatten. Jede Runde gab ich alles und doch versuchte ich auch schlau zu fahren. Nicht zu viel im Wind fahren, in den Aufstiegen attackieren, die Kurven sauber fahren, genug früh absteigen und sauber aufspringen. Fehlerfrei Runden waren auf dieser Strecke wichtig. Ich fand einen Slowaken, welcher mit mir nach vorne fuhr. Wir teilten den Windschatten und genossen die vielen Zuschauer. Auf den sieben Runden gaben wir alles und überholten regelmässig Fahrer. In der letzten Runde konnten wir besonders aufholen und so war es für mich der 47igste rang.

 

Das Rennen machte mächtig Spass und die Atmosphäre war atemberaubend. Ich genoss die Zeit mit der Schweizer-Nationalmannschaft und durfte viel lernen. Nun geniess ich 2 Wochen Ruhepause und 4 Tage in Saas Fee. Danach mache ich mich an die Vorbereitungen für die Bike und Strassen Rennen.

Worldcup Hoogerheide, 27.1.19

Es war schon soweit. Der letzte Weltcup der Saison stand an und dieser hatte es nochmals in sich. Es schien rutschig zu werden und die Strecke war anstrengend. Sie beinhaltete einige Laufpassagen einen Schräghang und einen grossen Waldanteil. Ich freute mich auf dieses Rennen

Von der hintersten Reihe bin ich gestartet und als letzter ging ich in das Rennen. Mir fiel nämlich am Start die Kette vom Ritzel und ich rannte einen kurzen Moment bis zur Techzone. So hatte ich bereits wenige Sekunden nach dem Start einen Rückstand von 40m zu all den anderen Fahrern. Die letzten holte ich schnell ein, doch dann begann auch schon die mühsame Aufholjagd. Ich fuhr stets etwas nach Vorne und in der Mitte des Rennens, fuhr ich eine Zeit lang allein und durfte meine Linien fahren. Somit war es mir möglich eine grosse Gruppe aufzuholen, von welcher ich in der letzten Runde noch die Hälfte überholen konnte. Im Sprint gegen einen Holländer sprang zwar die kette, doch mit mühe fuhr ich auch noch vor ihm über die Ziellinie.

 

Der 39igste Platz war nicht was ich wollte, doch meine Beine waren gut und ich habe mich durchgebissen. Einfach weitermachen war heute die Devise und es war eine gute Erfahrung, einen Drittel der Fahrer zu überholen. Nun bereiten wir uns auf die WM in Bogensee vor, welcher ich aufgeregt entgegen schaue.

SM Sion, 13.1.19

Am Tag zuvor, schien es ein schnelles und doch spannendes Rennen geben würde. Trotz der wenigen Höhenmeter, musste man öfters rennen und die Kurven beherrschen. Die Strecke hat mich positiv überrascht und meine Beine waren parat für den morgigen Tag. Als ich an diesem die Strecke nochmals besichtigte, wurden wir alle etwas überrascht. Überall war Schnee, doch es regnete. Die Verhältnisse wurden also deutlich nässer und rutschiger. Ich setzte deshalb auf einen Matschradsatz (Limus).

 

Ich fuhr etwa als fünfter um die erste Kurve und überholte drei Fahrer indem ich mich fürs laufen entschied. Leider kam ich danach nicht mehr in den Klick, womit ich diese Plätze wieder verlor. In der ersten Runde unterliefen mir noch einige weitere Fehler und somit schufen sich die Drei vor mir einen grossen Abstand. Bereits nach der ersten Runde fehlten mir 22s auf die Spitze. Aufgeben war für mich keine Option, «das Rennen ist erst im Ziel fertig!», war meine Devise. Mit Stolz darf ich behaupten, dass mir keine weiteren Fehler unterliefen und ich keine Sekunde nicht gekämpft habe. Technisch befand ich mich auf einem soliden, bis gutem Niveau, doch für den dritten platz wollte es auch nicht mehr reichen, als ich vor der letzten Runde noch hoffnungsvoll das Reifenprofil wechselte.

 

Der erste Verlierer zu sein, war noch nie toll, doch ich habe alles gegeben! Ich freue mich auf das nächste Jahr und die kommende Zeit in Holland und Dänemark, wo ein Weltcup und die WM stattfinden wird.

EKZ Cross Tour Meilen, 2.1.19

Es schneite ganz leicht, als wir in Meilen früh morgens die Strecke besichtigten. Es war rutschig doch bis zum Rennen trocknete es noch etwas ab. Die Strecke, welche mit technischen Passagen, wie mit einem Schräghang bestückt war, gefiel mir sehr. Ich ging mit Leichtigkeit und wenig Druck zum Start.

 

Nach einem Schnellen Start spülte es mich immer weiter zurück. Meine Beine waren noch nicht parat und ich fuhr als etwa 8ter in die zweite Runde. Mein Rhythmus habe ich dann aber gefunden und machte Runde für Runde, Tritt für Tritt Plätze gut. Die technischen Abschnitte gelangen mir sehr gut und im steilen Aufstieg griff ich an und machte ordentlich Zeit gut. In der vierten von sechs Runden habe ich auf die Verfolgergruppe aufschliessen können. Somit kämpften wir zu dritt um den zweiten Platz. Teilweise führte ich, manchmal versuchte ich vom Windschatten zu profitieren. Als wir in der letzten Runde auf den Steilen Aufstieg kamen, startete ich einen Angriff, welchen Grab mitging und Felix Stehli zurückblieb. Ich war also auf dem klaren dritten Platz unterwegs in dem Schräghang. In diesem riss ich mir etwa einen Achtel des Collés vom Rad, doch ich fuhr vorsichtig weiter. Auch wenn ich bei der Laufpassage, den Collé wieder auf die Felge brachte, schloss Stehli, mein Vereinskollege zu mir auf. Weil ich es nicht riskieren wollte den Collé abzureisen, musste ich eine halbe Runde vor Schluss nochmals in die Wechselzone und da verlor ich den Anschluss zu Stehli. Ich spurtete ihm so schnell ich konnte hinterher, doch für den Dritten reichte es leider nicht mehr ganz.

 

Trotz allem sicherte ich mir den dritten gesamtrang in der EKZ Cross Tour. Ich bin stolz auf die heutige Leistung, nehme den Schmerzhaften Defekt in Kauf und gehe mit einer riesen Motivation, Freude und gewonnenem Selbstvertrauen in die Vorbereitungen für die SM in Sion.

Worldcup Zolder, 26.12.18

Eine schnelle und harte Strecke erwartete mich in Zolder. Der Boden leicht sandig oder Asphalt. Temperaturmässig befanden wir uns im negativen Bereich und somit waren die Wiesenpassagen gefroren. Ich freute mich auf das Rennen.

 

Die Startgerade war sehr lang und endete mit einer 180 Grad Kurve in einer Wiese. Vor mir gab es die ersten Stürze, welche ordentlich Chaos auslösten. Schon in der nächsten Kurve hörte man wieder Fahrräder auf den Asphalt und in die Gitter knallen. Somit war es Vorne nicht schwer, wegzufahren, schade war ich nicht dort. Ich war jeweils kurz vor dem Sturz und gab mein Bestes, drum herum zu kommen, doch ich verlor sehr viel Zeit. Ich war ziemlich auf den hintersten Plätzen und wie an den anderen Weltcups versuchte ich aufzuholen. Eine schnelle Strecke war mir da keine Hilfe doch ich gab mein Bestes. Mit einem Amerikaner zusammen machten wir ein Paar Plätze gut und in der zweitletzten Runde schloss noch ein Tscheche zu uns auf. Ich konnte mit dem Tschechen mitgehen, als dieser einen Angriff startete. Somit liessen wir den Amerikaner zurück und ich fuhr als unzufriedener 54ster unter dem Zielbogen durch.

 

Ich hatte mir definitiv mehr erhofft und war erstmals etwas frustriert von meiner Leistung. Ich habe zwar alles gegeben, doch dies sollte heute wohl nicht ausreichen. In einer Woche steht aber schon wieder Meilen an, wo ich das letzte EKZ Cross Tour Rennen der Saison bestreiten werde.

Worlcup Namur, 23.12.2018

Namur war der erste Weltcup der uns Schweizern liegen hätte sollen. Die Strecke hatte reichlich Höhenmeter, technische Passagen und Laufpassagen. Das Wetter regnerisch bis sogar stürmisch, das hat mir sehr gefallen und ich war motiviert.

 

Gestartet bin ich auf den hinteren Plätzen und konnte dem ersten Sturz ausweichen. Der zweite Sturz verteilte sich auf die ganze Breite, weshalb auch ich vom Rad musste. Schnell stieg ich wieder auf und fuhr in der ersten Runde als 42igster über die Ziellinie. In der zweiten Runde passierte mir ein fataler Fehler im Schräghang, so dass ich sogar unter dem Netz durchgerutscht bin. Ich verlor viele Plätze, Sekunden und kassierte eine sehr verschmierte Brille, welche mich von da an, sehr behinderte. Der Dreck wollte nicht aus meinen Augen und das schmutzige Wasser sammelte sich auf den Gläsern. Dennoch machte ich über die weiteren Runden noch einige Plätze in den technischen Passagen gut. 41igster stand neben meinem Namen, als ich ins Ziel kam.

 

Die Beine fühlten sich gut an und nun sind wir auf dem Weg zum nächsten Weltcup in Zolder, welcher am Mittwoch stattfindet. Ich hoffe auf mehr Glück und schnelle Beine!

EKZ Cross Tour Eschenbach, 9.12.18

Schon die Streckenbesichtigung wurde durch das Wetter sehr spannend. Es hagelte und windete uns die Absperrbänder um die Ohren. Das lang ersehnte Querwetter war endlich da und machte die sowieso schon technische Strecke, sehr matschig und spassig. Ich freute mich auf das letzte rennen, vor meiner kleinen Trainingspause.

 

Am Start spülte es mich schnell auf den etwa 15ten Rang zurück. An diesem Rennen war aber alles möglich also machte ich mich an die Aufholjagd. Im Schräghang fiel ich aber hin und deshalb rennte ich diesen die anderen Runden. Kurz vor der zweiten Runde fiel mir dann auch noch die Kette raus, was mich nochmals zurück schlug. Dann fing ich mich aber und holte etwas auf. Irgendwann befand ich mich in einer Dreiergruppe, mit Eric Lüthi und Pius Stucki. Untereinander wurden regelmässig Angriffe gestartet, manchmal fuhr man selber davon, manchmal musste man auch wieder ein Loch schliessen. Trotzdem blieben wir aber bis zum Ziel beieinander, bis Eric Lüthi sich von uns absetzen konnte und Pius Stucki den Sprint gegen mich. So rollte ich als zufriedener 8ter ins Ziel.

 

Nun widme ich mich eine Woche lang dem ÜK und dem VKU und stelle das Velo für eine Woche in die Ecke. Danach baue ich mich für die zweite Hälfte der Saison nochmal auf. 

Worldcup Koksjide, 25.11.18

«Sand, Sand, überall hier ist Sand!», bemerkten wir bei unserer Ankunft in Koksjide. Es war etwas völlig Neues und ich konnte Vieles lernen. Es machte Spass, doch es fiel mir schwer vorzustellen hier ein Rennen zu fahren. Die Sandpassagen liessen sich nicht alle fahren und am meisten blieb mir der ca. 30m Sandaufstieg, welcher sehr kräfteraubend war.

 

Da wir Schweizer an keinem Heimrennen UCI Punkte sammeln können, mussten wir auch heute wieder hinten in der letzten Reihe starten. Als das grüne Licht erschien, ging das Chaos auch schon los. Es wurde gedrängelt und geschupst, als wären wir Football Spieler und als wir in den Sandaufstieg kamen und alle vom Rad sprangen, schlug man sich gegenseitig die Räder ins Gesicht und aneinander gerissen. Einen Weg nach Vorne war nicht zu finden und so blieb ich erstmal Hinten. Schon nach der ersten runde hatte ich einen enormen Rückstand auf die Spitze, obwohl ich alles gab was ich hatte. Viele Fehler im Sand und müde Beine erschwerten die Aufholjagd. Im Sand sprang ich meist zu spät vom Velo und das Einklicken bereitete mir Mühe. So war ich auch zur Rennhälfte noch weit Hinten und die Rückstände vergrösserten sich. Ich versuchte fortlaufend von meinen Fehlern zu lernen und auf den Wiesen-Passagen, Zeit zu gewinnen und so kämpfte ich mich wenigstens ein bisschen nach Vorne. Meist waren es die Lauf-Passagen, in welchen ich wieder Plätze hergeben musste. Ich fand durch das ganze Rennen nie meinen Rhythmus und so wurde ich zum Schluss 45ster.

 

Ich habe gemacht was ich konnte, doch dieses Mal reichte es nicht für ein zufriedenstellendes Resultat. Trotzdem durfte ich einen riesigen Haufen an Erfahrungen mit Nachhause nehmen und daraus lernen. Nun gilt es weiterhin dranzubleiben und zu lernen, wir sind ja noch jung:) Bis Echenbach!

EKZ Crosstour Hittnau, 18.11.18

Je näher wir Hittnau kamen, desto kälter wurde es. Bei der Ankunft war es etwa 1 Grad Celsius kalt. Die neue Strecke beinhaltende eine neue Abfahrt, doch den Charakter behielt sie. Es war immer noch sehr schnell und das trockene, kalte Wetter legte den Schwerpunkt auf schnelle Beine. Ich war motiviert für das Rennen und hoffte auf eine gute Leistung.

 

Gestartet bin ich ganz solid und fuhr etwa als 7ter in die Wiese. Es wurde von Anfang an Tempo gemacht und nun galt es Alles zu geben, was man hatte. Ich machte mich mit meinem Kollegen Dario Lillo auf die Verfolgungsjagd der Spitzengruppe. Wir mussten alleine im Wind fahren und so kam in der zweiten Runde bald schon Jan Sommer zu uns und wir fuhren zu Dritt. Die Kälte setzte mir ordentlich zu und meine Beine waren etwas müde, doch ich konnte gut an der Gruppe bleiben und manchmal auch führen. Felix Stehli stürzte etwa in der dritten Runde, weshalb wir auf ihn aufschliessen konnten. Zu viert waren wir aber nicht lange unterwegs. Nachdem ich über die Hürde gestürzt bin, konnte ich das Loch zwar wieder schliessen, doch später fuhren Jan Sommer und Felix Stehli davon. Lillo und ich wurden dann noch von dem Master Weltmeister überholt und so dachten wir es würde gegen Schluss ein Kampf zwischen uns geben, doch ein Dritter stiess noch dazu. Wir gingen also zu dritt auf die letzte Runde und gesprintet wurde früh. Dario Lillo sprintete im letzten Aufstieg, zur letzten Abfahrt nach Vorne. Wir beide konterten ziemlich gut und blieben an ihm dran. Ich musste leider als Letzter in die Abfahrt und versuchte in den Kurven noch einen Platz zu ergattern, doch dies funktionierte nicht und so wurde ich solider 10nter.

Nun steht Koksjide an und ich bin motiviert, dort teilzunehmen. Es wird sicherlich eine tolle Erfahrung, wo ich einige Trainings im Sand absolvieren werde. 

Flückigercross Madiswil, 11.11.18

Es erwartete mich eine schlammige und technische Strecke in Madiswil. Die Bedingungen und die Strecke gefiel mir sehr, sie entsprach meinen Vorlieben. Ich fühlte mich etwas leer und hatte leichte Bauchschmerzen, doch meine Motivation wurde mir nicht genommen. Mit grossem Willen ging ich an den Start.

 

Ich kam gut davon und als zweiter auf die Wiese. Die rutschigen Kurven bereiteten mir viel Spass und fielen mir eher leicht. Auf dem Asphalt überholten mich noch drei weitere Fahrer und gingen vor mir in den Waldaufstieg. Im Schräghang überholte ich den einten wieder, doch spürte weitere Fahrer von hinten drücken. Im schmierigen Wiesenabschnitt machte ich Tempo und fuhr mit den anderen mit. Ich befand mich in der zweiten Runde, dann etwa auf der 5 oder 6. Es gab stetige Platzwechsel, bis ich gegen Ende der zweiten Runde auf dem nassen Asphalt die nähe zum Boden suchte. Ich war zwar wieder schnell auf dem Velo, doch es konnten mich einige Fahrer überholen. Ich kämpfte mich wieder zurück zu den andern und kämpfte weiter. In der dritten oder vierten Runde fuhr ich auf den dritten Zwischenrang und kämpfte mit einem Italiener um diesen. Ich fühlte mich etwas geschwächt, doch diesen dritten Rang wollte ich unbedingt. Ich blieb auf der Drei, bis in die letzte Hälfte der letzten Runde. In einer kleiner Laufpartie überholte mich der Italiener und setzte sich von mir ab. Ich versuchte verzweifelt den Anschluss nochmals zu finden, doch am Ende war es der vierte Gesamtrang für mich, mit welchem ich immer noch sehr zufrieden bin!

 

Nun steht nächste Woche Hittnau, ein EKZ Cross Tour Rennen an. Ich freue mich und versuche mich schnellstmöglich von den heutigen Anstrengungen zu erholen. Bis bald!

Radquer EM Rosmalen, 4.11.18

Wir reisten bereits am Donnerstag nach Rosmalen und besichtigten die Strecke am Freitag zum ersten Mal. Sie war noch viel flacher als erwartet und beinhaltete 3 Sand-Passagen, tiefe Hürden, eine Brugg über einen See, eine Wald-Passage und ab und zu kurze und kleine Hügel. Sie entsprach nicht meinen optimalen Bedingungen, doch ich fand viel Gefallen an ihr und konnte einige Erfahrungen im Sand sammeln. Es war auch ziemlich trocken und an unserem Start noch sehr kalt. Ich war motiviert, auch wenn ich wusste, in der letzten Reihe starten zu müssen.

 

Ich entschied mich rechts zu starten, in der Hoffnung nicht in ein Gedränge zu kommen. Ganz ging das aber nicht auf, denn bereits wenige Sekunden nach dem erscheinen des grünen Lichts, knallte es direkt vor mir und ich musste auf null bremsen. Ich bemühte mich schnell wieder anzutreten und auch wenn mir dies gelang, war das ganze Feld schon ein ziemliches Stück vor mir. Mit mühe kämpfte ich mich im Wind und durch das Durcheinander wieder in die Nähe der anderen Fahrer, doch meine Platzierung war definitiv nicht gut. Ich dachte an die Worte meines National Trainers, als dieser meinte, man soll nicht auf den Platz, sondern seine Leistung achten und so wollte ich es auch machen. Zu verlieren hatte ich nicht mehr viel, doch die Motivation war noch da und so holte ich all meine Kräfte hervor und versuchte mein Bestmögliches, andere zu überholen. Es war eine EM und so wurde auch um jeden Platz und Sekunde gekämpft und gerissen. Es war nicht einfach nach Vorne zu kommen und auch meine Beine waren heute schon früh in der Säure. Ich gab stets was ich hatte, und ich überholte im Schnitt pro Runde etwa 1 bis 2 Fahrer, doch für ein schönes Endresultat reichte dies nicht.

 

Als etwas enttäuschter 41ster fuhr ich über die Ziellinie. Meine Gedanken waren immer noch am verarbeiten der Erfahrung, die ich machen durfte und meine Beine waren sehr froh, endlich ruhen zu dürfen. Ich blicke vorwärts auf ein etwas ruhigeres Rennen in Madiswil, mit der Hoffnung auf bessere Beine. Ich bin motiviert und voller neuer Erfahrungen!